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Sieben Kinderfiguren, Koffer und ein Gleis: Das Denkmal "Züge in das Leben – Züge in den Tod" am Bahnhof Berlin Friedrichstraße erinnert an die gegensätzlichen Schicksale von Kindern während der nationalsozialistischen Verfolgung. Zwei farblich voneinander abgesetzte Gruppen stehen für Rettung und Überleben einerseits, Deportation und Ermordung andererseits. Die zerbrochenen Koffer verweisen auf gewaltsam abgebrochene Lebenswege und den Verlust von Heimat und Familie. Wir laden Sie herzlich zu der nächsten Veranstaltung in unserer Reihe „Wofür Denkmäler heute?“ ein:
Züge in das Leben – Züge in den Tod
Ein Gespräch mit Lisa Sophie Bechner
03.11, 18.00 | Pariser Platz 4A, 10117 Berlin
Anmeldung: https://forms.gle/C6e7hidWwihi4wWn8
Was kann ein Denkmal erzählen, von Rettung und Hoffnung, aber auch von Verlust und unwiederbringlicher Trennung? Und wie gelingt es, Menschen mitten im geschäftigen Alltag zum Innehalten und Erinnern zu bewegen?
Am 3. November um 18 Uhr laden wir Sie herzlich ins Pilecki-Institut Berlin zu einem Gespräch mit Lisa Sophie Bechner über das Denkmal „Züge in das Leben – Züge in den Tod ein. Bechner ist Vorsitzende der Kindertransport Organisation Deutschland e. V. und war maßgeblich an der Entstehung des Denmals beteiligt.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung werden die Kindertransporte von 1938/39 stehen, mit denen rund 10.000 überwiegend jüdische Kinder aus Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und Polen nach Großbritannien gelangten. Doch die britische Entscheidung, die gefährdeten Kinder aufzunehmen, war keineswegs selbstverständlich. Lisa Sophie Bechner hat hierzu kürzlich neue Erkenntnisse gewonnen: Demnach stand die Entscheidung damals auf Messers Schneide, u.a. aufgrund der Einschätzungen des damaligen britischen Botschafters.
Bei uns wird Bechner erstmals öffentlich über diese Hintergründe sprechen.
Auch andere Länder nahmen Kinder auf. Die Rettung bedeutete zugleich die Trennung von den Eltern; viele Kinder sahen ihre Familien nie wieder. Zugleich erinnert das Denkmal an die rund 1,5 Millionen jüdischen Kinder, die im Holocaust ermordet wurden, und an weitere Kinder, die der deutschen nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik zum Opfer fielen.
Geschaffen wurde die Skulptur von Frank Meisler gemeinsam mit Arie Ovadia. Der in Danzig geborene Meisler war 1939 selbst mit einem Kindertransport nach Großbritannien entkommen. Dank des maßgeblichen Engagements von Lisa Sophie Bechner und der Kindertransport Organisation entstand das Denkmal am historischen Abfahrtsort, dem Bahnhof Friedrichstraße. Am 30. November 2008 wurde es im Beisein von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, Frank Meisler und zahlreichen weiteren Kindertransport-Überlebenden eingeweiht.
Lisa Sophie Bechner ist Historikerin, Kuratorin und Vorsitzende der Kindertransport Organisation Deutschland e. V. Seit vielen Jahren engagiert sie sich für die Erinnerung an die Kindertransporte von 1938/39 und die Lebensgeschichten der geretteten Kinder. Sie war maßgeblich an der Entstehung des Denkmals „Züge in das Leben – Züge in den Tod“ am Bahnhof Berlin Friedrichstraße beteiligt und organisiert Gedenkveranstaltungen zu diesem Thema. Für ihre Verdienste um die deutsch-britischen Beziehungen und die Erinnerung an die Kindertransporte wurde sie 2020 zum Ehrenmitglied des Order of the British Empire (MBE) ernannt. Zudem wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
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Event venue
Pariser Platz 4a, 10117 Berlin, Germany, Pariser Platz 4, 10117 Berlin, Deutschland, Berlin, Germany
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