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Jeder und jede Interessierte ist herzlich eingeladen.ÜBER DEN VORTRAG
Will Mut Klugheit? Ist die Frage kein Widerspruch in sich? Wer eine Gefahr sucht, beweist vielleicht Entschlossenheit. Beweist er auch Urteilskraft, Augenmaß? Ist Mut ohne Sinn Leichtsinn?
Gemeinhin beginnt Mut dort, wo ein Mensch die Risiken erkennt, aber dennoch seine Stimme erhebt und handelt, weil Schweigen, Wegsehen oder Rückzug die schlechteren Optionen wären. Eine Frage des Gewissens, der Selbstachtung. In den Spiegel blicken und sich in die Augen sehen können. Denn zur Frage nach dem Mut gesellt sich die Frage nach der Angst. Zwei geschwisterliche Begriffe, die einander beflügeln, aber auch lähmen können. Gibt es mutiges, ein kluges Handeln, ohne persönliche Nachteile gewärtigen zu müssen?
Ein dritter Aspekt kommt hinzu, nämlich ein Erkenntnisinteresse, das sich als Mut tarnt, in Wirklichkeit aber Eilfertigkeit ist, die persönlichen Vorteil und Anerkennung sucht. Haltung zeigen, um fortzukommen. Gesinnung als Karrieresprung.
Den Beginn der Lecture macht ein kursorischer Versuch der Definition von Mut, Angst und Gesinnung. Anhand einiger historischer und gegenwärtiger Beispiele soll anschließend der Frage nach dem „klugen Mut” nachgegangen werden. Eine Auswahl:
Dante Alighieris Weigerung, 5.000 Florin wegen angeblicher Bestechlichkeit zu bezahlen und stattdessen die Verbannung aus Florenz in Kauf zu nehmen. Der Fall des Jacopo Foscari, dessen Vater von 1423 bis 1457 Doge von Venedig war und seinen Sohn nicht vor Verurteilung und Verbannung retten wollte/konnte. Die Sitzungsperiode 1562/63 des Konzils von Trient, in welcher „Laszives und Unreines” aus der Kirchenmusik verbannt werden sollte. Der Brief des NASA-Ingenieurs John C. Houbolt („Somewhat as a voice in the wilderness, …”). Henry Kissingers umstrittene Rede zum Ukraine-Krieg beim Weltwirtschaftsforum in Davos am 23. Mai 2022. Der Schlagersänger Michael Wendler und seine Äußerungen zur Corona-Pandemie. Der Publizist, Autor und Blogger Sascha Lobo über den „deutschen Lumpen-Pazifismus”.
ZUR PERSON
Der österreichische Schriftsteller Robert Schneider erlangte mit seinem Roman „Schlafes Bruder” (1992) internationale Bekanntheit. In seinen Büchern befasst er sich immer wieder mit historischen oder fiktiven Außenseiter-Figuren. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den „Prix Médicis étranger” (1994). Seine jüngste Publikation ist das „Buch ohne Bedeutung”, erschienen 2022 im Waldstein Verlag Göttingen.
PROGRAMM
Grußwort: Peter Kruschwitz (Dekan)
Thematische Einführung: Marko Demantowsky
Hauptvortrag: Robert Schneider (45')
Nach dem Hauptvortrag laden wir zu einem geselligen Apéro.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Literaturhaus Wien statt.
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Event venue
Großer Festsaal der Universität Wien, Universitätsring 1, 1010 Wien, Österreich, Wien, Austria
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