About this Event
Kaum ein Denker des 20. Jahrhunderts hat das Verhältnis von Macht, Wissen und Subjektivität so nachhaltig neu bestimmt wie Michel Foucault. Seine genealogischen Untersuchungen – von etwa der Psychiatrie, des Strafsystems bis hin zur Sexualität – haben nicht nur historische Wissensordnungen offengelegt, sondern auch gezeigt, wie Macht durch diskursive und institutionelle Praktiken Körper, Subjekte und Wahrheiten hervorbringt.
Die Tagung „Macht und Wissenschaft. Auf Michel Foucaults Spuren“ nimmt Foucaults Werk und seine rezente Rezeption als Ausgangspunkt, um aktuelle Formen von Wissensproduktion, Disziplinierung und Biopolitik zu reflektieren. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich Machtverhältnisse in und durch Wissenschaft konstituieren – und wie wissenschaftliche Diskurse selbst Teil komplexer Machtformationen sind. Foucaults Analysen der „Macht/Wissen-Komplexe“ bilden den theoretischen Rahmen, in dem historische, systematische und empirische Zugänge miteinander ins Gespräch gebracht werden.
Die Tagung versteht sich explizit als interdisziplinäres und intergenerationelles Forum. Sie möchte Philosophie, Sozial- und Kulturwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Rechtswissenschaft, Psychiatriegeschichte, Gender und Queer Studies sowie Wissenschaftsforschung miteinander verbinden, um die Aktualität und Tragweite foucaultscher Machtanalysen im 21. Jahrhundert auszuloten. Auch soll thematisiert werden, wie möglicherweise der Blick auf die Frage, was uns Foucault heute sagt, sich jeweils auch in verschiedenen Altersgruppen unterscheidet. Besonderer Fokus wird in den jeweiligen Sektionen auf die Rezeption Foucault heute gelegt.
Veranstalter: Institut français Hamburg und Deutsche Gesellschaft für französischsprachige Philosophie (DGFP) in Kooperation mit Henrik Lesaar (Leiter der Abteilung Internationale Wirtschaftsbeziehungen, EFRE-Verwaltungsbehörde), Prof Dr. Wolfgang Knöbl (Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung), ZEIT-STIFTUNG BUCERIUS (Dr. A. Hoffmann)
Konzeption: Prof. Dr. Christina Schües (Präsidentin DGFP, Prof. (i.R.) IMGWF, Uni. Lübeck), Prof. Dr. Sophie Witt und Dr.Vojta Drapal (ILAS, Uni Hamburg), Prof. Dr. Susanne Krasmann (Soziologie, Uni. Hamburg),
Event venue & nearby stays
Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, Hamburg, Germany