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Eröffnung: 3. Mai 2026, 18 UhrFilm- und Diskussionsprogramm RAUMGEBEN vom 4.-7. Mai
„Im Kino, dem Privatraum, der niemandes und aller Zuhause ist.“ (Heide Schlüpmann in ihrem Buch „Raumgeben – der Film dem Kino“)
Mit der Eröffnung des neuen Kino Arsenal im silent green Kulturquartier am 3. Mai 2026 beginnt ein neues Kapitel für das Arsenal Filminstitut: Erstmals sind Kino, Festivalarbeit, Distribution und Archiv sowie der Arsenal Campus an einem Ort vereint. Unter dem programmatischen Titel Raumgeben verbindet das Eröffnungsprogramm filmisches Erbe mit zeitgenössischen Positionen und lädt dazu ein, Kino als lebendigen Raum für Austausch, Reflexion und gesellschaftlichen Diskurs neu zu denken.
Der Eröffnungsabend sowie die folgenden vier Tage geben einen ersten Einblick in diese Möglichkeitsvielfalt. Das Programm Raumgeben stellt dabei einen Dialog zwischen den Inhalten der Filmsammlung des Arsenal, die sich bereits seit 2015 im silent green befindet, und neuen filmischen Arbeiten her. In Verbindung mit Einführungen und Diskussionen macht es erfahrbar, welche Bedeutung das Kino für die Reflektion aktueller Fragestellungen hat.
PROGRAMM
So, 3.5., 18 Uhr: Eröffnung des neuen Kino Arsenal mit Begrüßung von Stefanie Schulte Strathaus und Stefan Aue (Arsenal Filminstitut) sowie Bettina Ellerkamp und Jörg Heitmann (silent green)
Mit Gästen und künstlerischen Beiträgen von Anja Dornieden und Juan David Gonzales Monroy, Apichatpong Weerasethakul und Rachel Micallef Somerville. Rosa Barba stellt ihren 2025 fertig gestellten Film MYTH AND MERCURY (2025, 22‘) als Kinopremiere im 35mm-Format vor.
MYTH AND MERCURY wurde an verschiedenen Orten rund um das Mittelmeer gedreht. Er beginnt in der Gramsci-Bibliothek in Palermo, folgt einer Fischerprozession auf dem Meer, taucht hinab zu einem Neutrino-Teleskop auf dem Meeresgrund und erkundet Archive, die den Wandel von Landwirtschaft, Migration und politischer Landschaft im Mittelmeerraum über Jahrhunderte dokumentieren. MYTH AND MERCURY stellt das Mittelmeer sowohl als futuristische Blaupause als auch als eine Idee dar, die sich ständig verändert.
Begrenzte Platzzahl im Saal, Übertragung der Wortbeiträge in die Kuppelhalle des silent green
Ab 20 Uhr: Offenes Kino: Kurzfilme aus der Sammlung des Arsenal, Eintritt frei
Mo, 4.5., 19 Uhr, mit Begrüßung von Stefanie Schulte Strathaus, anschließend Einführung
LE 15/8 Chantal Akerman, Samy Szlingerbaum B/F 1973 OmdU 43'
Mit LE 15/8 beginnt das Programm im Privatraum. Eine junge Finnin, die Arbeit in Paris sucht, kam in Szlingerbaums Wohnung unter, wo sie unaufhörlich redete. Nicht ohne Publikum: Er und Akerman nahmen ihren Redeschwall auf Tonband auf und transkribierten ihn, um ihn dann von ihr selbst vorlesen zu lassen. Der Titel bezieht sich auf den Tag der Dreharbeiten. Obwohl LE 15/8 vieles von Akermans späteren Filmen vorwegnimmt, blieb er weitgehend unbekannt und war in Deutschland fast noch nie zu sehen.
Mo, 4.5. 20.30 Uhr, anschließend Diskussion mit Ted Fendt, Moderation: Barbara Wurm (Leiterin Berlinale Forum)
AUSLANDSREISE Ted Fendt Deutschland 2026 DCP 63'
Mit Ted Fendts AUSLANDSREISE, der im Februar erstmalig im Programm des Berlinale Forum zu sehen war, begeben wir uns in den Stadtraum, in die Gegend rund um den Berliner Chamissoplatz. Eine Gruppe Menschen steht in freundschaftlicher Beziehung zueinander. Man erfährt nicht viel über sie, wie man auch im Kino einige kennt, ohne viel über sie zu wissen. Eine Lesegruppe arbeitet sich durch die Texte von Anna Maria Ortese. Gelesen wird in Straßen und Parks, auf dem Bett und in der Küche, allein, zu zweit, zu viert. Dazwischen: Unterhaltungen über Wohnungssuche, den Umzug in ein anderes Land, Mutterschaft. Orteses Bücher bilden Fluchtpunkte im gemeinsamen Nachdenken über Alltag und Literatur.
Di, 5.5., 20 Uhr, anschließend Diskussion mit Alex Bakri, den Produzent*innen May Odeh und Thomas Kaske sowie Pascale Fakhry (Leiterin ALFILM), Moderation: Marion Schmidt (Cultural Consultant & Producer)
HABIBI HUSSEIN Alex Bakri Palästina/Deutschland/ Saudi-Arabien/Schweden 2025 OmeU 96 ko-präsentiert von ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin
HABIBI HUSSEIN feiert seine Deutschlandpremiere eine Woche vor der Arsenal-Eröffnung im Rahmen des Festivals ALFILM. Der Film widmet sich dem Kino als zentralem Ort in Jenin, einer mittlerweile stark zerstörten Stadt im besetzten Westjordanland. Im Fokus des Films steht eine kleinere Raumeinheit – der Vorführraum. Der Filmvorführer Hussein Darbi bringt mehr als 40 Jahre Erfahrung und Kontakte mit, um einen Kohlebogenprojektor wieder zum Laufen zu bringen. Für ihn bedeutet der Wiederaufbau des Kinos die Möglichkeit, seine Kompetenz einzubringen – für eine NGO aus Deutschland ist es ein Hilfsprojekt, das eigenen Maßstäben folgt. „Habibi“ ist in diesem Verhältnis kein Ausdruck von Intimität, sondern auferlegter hierarchischer Verhältnisse. Trotz der Herausforderungen gelang es Hussein, der wenige Monate nach der erneuten Schließung des Kinos verstarb, einen Moment des Erfolgs zu erringen.
Mi, 6.5., 18.30 Uhr, Vortrag von Erika Balsolm (Filmwissenschaftlerin): Re-entering the Movie Theatre
MUSIDORA: FESTIVAL INTERNATIONAL DES FILMS DE FEMMES Catherine Lahourcade, Anne-Marie Faure-Fraisse, Syn Guérin, Isabelle Fraisse F 1974 OmeU 26'
Als Sonderfall des Kinos können Festivals gelten. MUSIDORA: FESTIVAL INTERNATIONAL DES FILMS DE FEMMES wurde 1974 vom Videokollektiv Vidéa produziert. Dokumentiert wird das erste Frauenfilmfestival, das 1974 in Paris stattfand. Auf einer Schultafel wird das Wort „débattre“ durchdekliniert: Neben rund 150 Filmvorführungen fanden zahlreiche Diskussionen statt. Ähnlich war es beim 1. Internationalen Frauenfilmseminar, das Helke Sander und Claudia von Alemann nur ein Jahr zuvor im Arsenal organisierten. Da die Fördergelder aus dem Bildungsbereich kamen, nannten sie es Seminar und nicht Festival. 2023 waren im Arsenal zwei Stunden Filmmaterial zu sehen, das Vibeke Løkkeberg damals aufgenommen hatte. Ehemalige Teilnehmerinnen sahen es zum ersten Mal und kommentierten es live. Im anschließenden Vortrag spricht die Filmwissenschaftlerin Erika Balsom über dieses Ereignis.
Mi, 6.5., 20.30 Uhr, anschließend Podiusmdiskussion mit Claudia von Alemann (Regisseurin), Fabian Tietke (Kurator und Kritiker), Erika Balsolm (Filmwissenschaftlerin und Kritikerin), Moderation: Bert Rebhandl (Filmkritiker und Autor)
TAPP UND TASTKINO Valie Export Österreich 1968-89 2'
EXPRMNTL 4 KNOKKE Claudia von Alemann, Reinhold E. Thiel franz./dt. OmeU 43'
EXPRMNTL 4 KNOKKE dokumentiert das Experimentalfilmfestival 1967/68 im belgischen Seebad Knokke. Neben Ausschnitten aus dem Filmprogramm zeigen Alemann und Thiel Protestaktionen, u. a. von Harun Farocki, Shirley Clarke und Holger Meins, von den Student*innen der HfG Ulm und der DFFB sowie von US-amerikanischen Underground-Filmemacher*innen. Der Film fängt die lautstarken Auseinandersetzungen, aber auch die elektrisierende Atmosphäre ein, die das Festival so legendär und zum entscheidenden Anstoß für den unabhängigen Film in Europa gemacht hat.
Das Arsenal zeigt eine neue Restaurierung.
Do, 7.5., 20 Uhr, mit Einführung von Marc Siegel (Filmwissenschaftler), anschließend Diskussion
ROY COHN/JACK SMITH Jill Godmilow USA 1994 16mm engl. OmU 89'
ROY COHN/JACK SMITH basiert auf einem der wichtigsten Theaterereignisse der 90er Jahre in New York und Berlin: Ron Vawter spielte zwei gegensätzliche Charaktere, die Gemeinsamkeiten hatten: Beide waren homosexuell, beide starben an den Folgen von AIDS: Der New Yorker Anwalt Roy Cohn, zunächst Chefberater des Senators McCarthy und später Mentor von Donald Trump, und Jack Smith, queere Ikone des New Yorker Underground der 1960er und 70er Jahre. Während die Bühnenfassung aus zwei getrennten Monologen besteht, schneidet Godmilow die New Yorker Inszenierung zu einem filmischen Dialog zusammen, in dem auch das Theaterpublikum eine Rolle spielt.
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Event Venue
Plantagenstraße 30, 13347 Berlin, Deutschland, Plantagenstraße 30, 13347 Berlin, Deutschland, Berlin, Germany
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