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LUX PERPETUAein vielfältig kulturelles Requiem
über Ewigkeit
nach Mozart Requiem KV 626
Moenus Kammerchor
polylens vokal
asambura ensemble
St. Matthäuskirche Frankfurt
* * *
In unverwechselbarer Klangsprache interpretiert, kontextualisiert und komponiert das asambura ensemble klassische Musik neu: Mit interreligiösen und postmigrantischen Dialogperspektiven, klanglich und diversitätssensibel. Aus einer Vielfalt globaler Perspektiven befragt LUX PERPETUA verschiedene Kulturen und Religionen zu ihrem Umgang mit Tod und Ewigkeit. Von hier aus gelingt eine grundlegende Erweiterung des Requiems von Wolfgang Amadeus Mozart. Aus den Erfahrungsräumen einer gegenseitigen Inspiration unterschiedlicher Kulturen kommend, dringt die Komposition in das überraschend Fremde des Mozart-Requiems vor: Im heftigsten Aufschluchzen der Verbindung des Mozartschen „Lacrimosa“ mit einem arabischen Klagegesang, im anarchisch-wilden „Tanz“ am Rand des Todes von „Amajungusi“, in dem aus groovigem Beginn des Rex tremendae unvermittelten Sprung in den gewaltigen Aufschrei „Rex!“ – oder in „Hawdala“, in dem Melodielinien der jüdischen Tradition das Requiem auch für das unfassbarste Sterben, für die Shoa, öffnen.
Damit setzt sich das asambura ensemble in der Komposition von LUX PERPETUA einmal mehr mit der Recherche und Erschließung der Bedeutung von Trauer und Ewigkeit im Kontext von Erinnerungskultur auseinander.
In LUX PERPETUA werden fragmentierte, abstrahierte Klangfarben und Skalen aus arabischen Musiktraditionen ebenso hörbar, wie Glockenklänge und Melodien jüdischer Herkunft. Und LUX PERPETUA blickt nicht nur auf die großen monotheistischen Traditionen. Die Komposition wendet sich auch dem Glauben an die Wiedergeburt zu, wie er hinduistischen und buddhistischen Vorstellungen zugrunde liegt, sowie der starken spirituellen Verbundenheit mit den Ahnen, die zum Beispiel in Kulturen Ostafrikas eine wichtige Rolle spielt.
Besonders ist die Möglichkeit zur aktiven Teilhabe im TONALi Festival: Wer mag, kann sich künstlerisch in das Konzert einbringen. Bereits 60 Minuten vor Beginn werden teilhabeinteressierte Gäste in musikalische Aufgaben eingewiesen – ohne musikalische Vorkenntnisse – und an ihre individuellen Neigungen und Ansprüche angepasst. Neben dem asambura ensemble gestalten auch der Monteverdi Chor und der Hamburger Knabenchor diesen einzigartigen Abend mit.
Ein Konzert, das Brücken baut zwischen Kulturen, Religionen, Künstler:innen und Publikum.
LUX PERPETUA erforscht in einer energetisch-sogartigen Klangwelt den komplexen Kosmos eines scheinbar wohlvertrauten aber immer neu rätselhaften und tiefgründigen Fragments: Mozarts berühmtes, durch seinen frühen Tod unvollendet gebliebenes Requiem. Mozarts Introitus spannt den Bogen zwischen ewiger Ruhe (requiem aeternam) und ewigem Licht (lux perpetua).
Aeterna oder perpetua? Ewig dauernd oder unendlich wiederkehrend?
In der Frage nach dem Wesen der Ewigkeit angesichts der Unendlichkeit des Todes liegt die musikalische Polarität von LUX PERPETUA; zwischen den Vorstellungen von ewiger, unbewegter Ruhe oder aber von kontinuierlicher, zirkulärer Bewegung; der eines fortlaufenden Rhythmus‘, in gleichzeitig-ungleichzeitigen Ebenen von Zeit.
LUX PERPETUA wagt es, diese Totenmesse aus der Perspektive einer von Mozart selbst nicht mehr erlebten, womöglich aber leidenschaftlich vorausgeahnten musikalischen Zukunft, aus unserer Gegenwart, neu hörbar zu machen. In globalem Ausmaß hat sich unser Blick auf den Umgang der verschiedenen Kulturen und Religionen mit Tod und Ewigkeit erweitert. Wir begegnen nicht nur den Entwürfen der großen monotheistischen Traditionen, sondern auch – etwa im Hinduismus und Buddhismus – dem Glauben an die Wiedergeburt, oder erfahren von der starken spirituellen Verbundenheit zu den Ahnen, die z.B. in Kulturen Ostafrikas eine wichtige Rolle spielt.
Indem LUX PERPETUA, abstrahiert und fragmentiert, Klangfarben und Skalen aus arabischen Musiktraditionen, Glockenklänge, Melodien jüdischer Traditionen einsetzt, wird Mozarts Musik in neuer Weise hörbar. Gleichsam aus der kulturellen Fremde dringt LUX PERPETUA in das überraschend das Fremde des Requiems, eine weitere Facette seiner unerschöpflichen spirituellen und musikalischen Dimensionen vor.
In transkultureller und interreligiöser Erweiterung gewinnt LUX PERPETUA der Totenmesse des noch so jungen Mozart diesseitiges Aufbegehren, demütige Einsicht, meditative Ruhe, abgründige Verzweiflung und Trost ab – ob etwa in dem anarchisch-wilden „Tanz“ am Rand des Todes, in der Demut und der tiefsten Trauer von Amajungusi, in dem heftigen Aufschluchzen im Tränen-Ozean des Al Ahsan Lacri (einer Neu-Kontextualisierung des Lacrimosa), in dem aus groovigem Beginn des Rex tremendae unvermittelten Sprung in den gewaltigen Aufschrei „Rex!“ – oder in Hawdala, in dem Melodielinien der jüdischen Tradition das Requiem auch für das unfassbarste Sterben, die Shoa, öffnen.
Dirigat • Salome Niedecken & Joss Reinicke
Komposition • Maximilian Guth (nach Wolfgang Amadeus Mozart)
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Event venue
Matthäuskirche (Frankfurt am Main), Frankfurt, Germany
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