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AUSSCHREIBUNG:WIR schreiben Ende Juni den - INGE 100 - Run (VM, DM, HM und Marathon) aus.
START-ZIEL-VP:
Samstag 20.06.26, 09.00 Uhr MESZ, im Plänterwald und am Spreeufer, direkt am Fähranlieger, am Ende der Baumschulenstr. Es ist Joggen, als auch Walken/Wandern möglich.
Rahmenstart:
von 08.00 bis 09.00Uhr MESZ. Hauptstartzeit ist 09.00 Uhr
Strecke:
Der „INGE 100 Run“ wird am Spreeufer und im Plänterwald gelaufen. Die Strecke 5,3 Km Schleife führt befestigte Uferwege und Asphaltstraßen. Die Runde ist markiert.
Zeitlimit:
6:30 Std., Veteranen-Wertung: 7:30 Std.. Frühstarter*innen müssen dies bei ihrer Anmeldung unbedingt mit angeben! Zielschluss ist um 15:30 Uhr!
Zeitnahme:
Alle Starterinnen und Starter, messen ihre BRUTTO-Zeit im Ziel durch eine GPS-Uhr/ein Smartphone selbst. BRUTTO-Zeit im Ziel bedeutet: die verstrichene Zeit ab eurem Start bis ins Ziel. Ziel ist das Ziel der angegebenen Strecke, selbst wenn das Ziel weiter entfernt ist als die klassische Marathon-Distanz von 42,200 Km.
Eure BRUTTO-Zeit, teilt ihr nach Finish am VP und später bitte unaufgefordert per E-Mail mit entsprechenden Nachweis dem Organisator mit. Der aussagekräftiger Nachweis besteht aus: zurückgelegte Distanz, verstrichene Zeit, Datum/Uhrzeit des Starts sowie ein Abbild der gelaufenen Strecke. Wir dieser nicht erbracht, erfolgt keine Wertung. Grundsätzlich wird erst einmal eine vorläufige Ergebnisliste veröffentlicht um eure Angaben oder Einsprüche ggf. zeitnah zu prüfen.
Verlassen der Strecke:
Wer während des Laufs die Strecke ggf. verlässt, muss an selbiger Stelle wieder auf die Strecke zurückkehren um sein Lauf fortzusetzen. Darüber hinaus ist das erfolgte Verlassen am VP bzw. beim Organisator noch während des Lauf anzugeben. Erfolgt das nicht, wird euer Lauf nicht gewertet.
Anmeldung:
Ab sofort und bis 5. Juni 2026, 18.00 Uhr unter: [email protected]
Distanzen:
Marathon, Halbmarathon, Drittelmarathon und Viertelmarathon.
Umkleide und Duschgelegenheiten gibt es vor Ort nicht.
Verpflegung:
Im Start/Zielbereich wird es einen VP ua. mit begrenzten Heiß- und Kaltgetränken wie, Tee, Kaffee sowie Wasser, Iso, Cola und Shorle und mit etwas Obst + Kartoffeln geben.
Leistungen/Auszeichnungen/Urkunden:
Derzeit gehen wir von max. 15 Interessierten Läufer*innen aus.
Alle Läufer*innen, die sich bis zum 5. Juni 2026 angemeldet haben, erhalten: Verpflegung, eine Erinnerungsurkunde, Finisher-Medaille und Ergebnisliste.
Nachmeldungen:
Nachmeldungen vor Ort nur möglich, wenn das TN-Limit vorab nicht erreicht wird. Bei Nachmeldungen gibt es keine Medaille, da diese auf Grundlage der rechtzeitigen Anmeldungen vorbestellt wurden.
Unkostenbeitrag (UKB):
Da ich diesen Run privat, (als Lauftreff) organisiere und finanziere, bitte ich vorab um eine Überweisung (für alle Distanzen gleich) per PayPal (bitte als Freund überweisen und Event Datum, Name und Distanz angeben! Details zur Überweisung findet Ihr in meiner Bestätigungsmail.
Hinweis:
Dieser Lauf ist keine DLV-Veranstaltung. Die Versicherung ist Sache der Teilnehmer. Der Organisator haftet nicht für Schäden jeder Art. Foto- und Videoaufnahmen dürfen von dem Organisator für redaktionelle Zwecke unentgeltlich und ohne zeitliche Begrenzung verwendet werden. Mit der Anmeldung gibt jeder Teilnehmer hierzu sein Einverständnis.
Der „INGE 100 Run“, ist eine Initiative vom SBLT Motor Kamtschatka-Konstantinopel, der LRG Torpedo Berlin und den „Independent“ Berlin Wall Trail Runners.
https://runner-club-info.wixsite.com/website
Zur Person:
Inge, 24.04.1926 - 24.07.2005
INGE - Ingeborg, Edith, Ruth wurde am 24. April 1926 als erstes Kind der Sekretärin Hildegard und des Kaufmanns Erich, in Charlottenburg geboren.
Im Herbst 1932 wird sie eingeschult. Ein halbes Jahr später, wird ihr Bruder Lothar geboren.
Sie ist neun Jahre, Lothar elf Monate alt, als sie ihren Vater durch dessen Siuzid verliert. Das Schweigen der Familie über die Umstände seines Todes wird sie jahrzehntelang belasten.
Zwei Monate vor Ausbruch des 2. Weltkrieges wird ihr zweiter Bruder, Dieter geboren.
Noch während des Krieges heiratet ihre Mutter Hildegard, in zweiter Ehe, den Schiffsführer Ewald , der das Kind Sieghard mit in die Ehe einbringt.
Nach der Schulzeit beginnt sie 1940, mit 14 Jahren, eine Lehre zur Blumenbinderin, die sie drei Jahren später abschließt.
Anschließend arbeitet sie ein Jahr als Blumenbinderin und wird im Juni 1944 zum Arbeitsdienst verpflichtet.
Trotz der schweren Kriegszeiten erlebt sie all die Dinge, die junge Menschen erleben, Sie geht gerne tanzen und ins Kino, sie schwärmt für Filmstars und ist verliebt.
In den letzten Kriegsmonaten wird ihre Familie, die zu dieser Zeit, in der Nähe vom Alex wohnt, mehrfach ausgebombt und verliert nahezu die gesamte Habe.
Beide Elternteile von Inge, gehören zu dieser Zeit wie viele Tausende andere Bürgerinnen und Bürger, als Mitläufer der NSDAP an.
Das wird für Inges neuen Vater Ewald, offensichtlich zum fatalen Verhängnis, nachdem er sich zurückkommend aus amerikanischer Gefangenschaft, am 19.06.45 in Rahnsdorf bei der russischen Kommandantur meldet, wo er umgehend verhaftet wird.
Am 02.07.45 wird Inges zweiter Vater von einem Militärtribunal zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde dann am 01.0845 durch erschießen vollstreckt.
Ein weitere tiefer, schwarzer Schleier legt sich auf Inges noch junges Leben.
In den ersten drei Jahren nach Kriegsende arbeitet Inge für die „Rote Armee“, als Näherin, Strassenbahnschafnerin, Gartenarbeiterin, Blumenbinderin und ist Hausfrau.
Im Frühjahr 1948 arbeitet sie wieder als Strassenbahnschafnerin.
Im gleichen Jahr lernt Inge den Kaufmann, Günter kennen, den sie im August 1949 heiratet.
Drei Kinder bringt Mutter in dieser Ehe zur Welt: Wolfgang, Gabriele und Sabine. Die Ehe verläuft nicht glücklich und wird geschieden.
Inge zieht mit den Kindern in eine kleine Wohnung, nach Friedrichshain und arbeitet von Sommer 1955 bis Winter 1958 als Heimarbeiterin für die DEFA-Kopierwerke, als Verkäuferin in der HO, als Blumenbinderin und ist zeitweise auch wieder Hausfrau.
Und obwohl die Zeiten für eine allein erziehende Mutter von drei Kindern recht schwierig sind, das Geld „vorne und hinten“ fehlt, gibt sie ihren Kindern ein gutes zu Hause.
Sie wird dabei von Freunden und vor allem von ihrer Mutter Hildegard unterstützt und lebt wieder auf. Sie geht wieder tanzen und findet mit Verwandten und Freunden auch den einen oder anderen Grund fröhlich zu sein. Aber das dunkle Familien-Thema, der 2. Weltkieg bleibt zwischen ihr und ihrer Mutter, sowie der späteren Nachkommen ein Tabuthema.
Im Dezember 1957 heiratet Inge, mit 31 Jahren, den Arbeiter Heinz Im Frühsommer 1959 wird ihr Sohn Stephan geboren. Doch auch diese Ehe scheitert.
Nur durch die Hilfe guter Freundinnen und ihrer Mutter übersteht sie diese schwere Zeit der Enttäuschungen, der Selbstzweifel und des steten Geldmangels.
Die beiden älteren Kinder, Wolfgang und Gabi, müssen in dieser Zeit schneller erwachsen werden, um Mutter, die nun alleine für vier Kinder sorgen muss, zu unterstützen.
Von April 1960 an, arbeitet Inge wieder für ein Jahr als Strassen- bahnschafnerin und danach, weil ihr Sohn Stephan mehrfach operiert werden muss, für anderthalb Jahre als, Stationshilfe im damaligen „VP-Krankenhaus“.
Inzwischen 36 Jahre alt, noch immer allein erziehend, nimmt sie im Januar 1963 eine Arbeit im Werk für Fernsehelektronik in Oberschöneweide an: zunächst als Packerin, kurze Zeit später als Werkstattschreiberin.
Noch weiß sie nicht, dass dieser Betrieb mal zu einer Art „Familienbetrieb“ wird, weil Jahre später, vier ihrer Kinder kürzer oder länger ebenso in diesem Werk arbeiten werden.
Im Betrieb lernt Inge ihren dritten Ehemann, den Arbeiter Hans-Joachim kennen. Auch die Kinder haben ihn gern.
Im Winter 1963 heiraten sie. Im Frühjahr 1964 wird ihr Sohn Michael als fünftes Kind geboren. Er ist von Geburt an schwer krank, schwerst-mehrfach behindert.
Die 2-Zimmer Wohnung ist nun endgültig zu klein, die Familie zieht in eine größere Wohnung nach Oberschöneweide.
Im Sommer des Jahres 1968 übernimmt Inge, nunmehr 42 Jahre alt, innerhalb des Betriebes eine neue Aufgabe als Sachbearbeiterin in der Lebensmittelkontrolle.
Im April 1969 stirbt ihr Bruder Lothar im Alter von nur 36 Jahren.
Anfang der 70’er Jahren entdeckt sie ihre Liebe zum politischen Kabarett und spielt in ihrer wenigen Freizeit mehrere Jahre aktiv in dem Volkskunst-kollektiv „Die Wetterfrösche“ mit.
Zu dieser Zeit zerbricht auch ihre dritte Ehe.
Später wird sie des öfteren sagen, „Mit den Männern hatte ich immer nur Pech. Das Beste aus dieser Zeit sind meine Kinder“.
Im Sommer 1972, mit 46 Jahren, wird sie Abteilungsleiterin der Poststelle des Werkes für Fernsehelektronik und übernimmt auch auf dieser Ebene politische Ämter. In diesem Betrieb arbeiten ca. 9.000 Menschen.
Sie hat wieder Kraft, hat wieder Energie. Sie zeigt ihr Eigenes.
Nach und nach verlassen ihre Kinder das Elternhaus, erlernen Berufe und gründen Familien, die ihr zu Lebzeiten 13 Enkel und 5 Urenkel schenken werden.
Fachlich, politisch gefördert und unterstützt, aber doch allein gelassen mit der Sorge um ein schwerbehindertes Kind, zieht Inge 1974 mit ihren zwei jüngsten Kindern nach Treptow.
Im Sommer 1977 bekommt sie, unterstützt durch ihren Betrieb, einen Pflegeplatz für ihren schwerbehinderten Sohn Michael.
Im Frühjahr des Folgejahres, stirbt ihre Mutter Hildegard.
Ende der 70’ger Jahre hat Mutter wieder mehr Zeit für sich, Sie macht Urlaub an der Ostsee, in der CSSR, in Polen, fliegt in die UdSSR und besucht ihre Kinder und Enkelkinder.
Nachdem auch das letzte Kind das Haus verlassen hat, zieht Inge, fünf Jahre vor der Rente, 1981, raus nach Pankow.
Besuche bei ihr zu Hause werden seltener, ihr Freundeskreis wird etwas kleiner. Sie entdeckt wieder Bücher, alte Platten, das Theater und Kino.
Auch verliert Sie nicht ihren zu weilen etwas deftigen Humor, den nicht Jede und Jeder gleich versteht, der mitunter auch verletzt.
In ihrem Kollegenkreis gilt sie als streitbare und zuverlässige Kollegin, Mitte 1983 wird sie zur „Ausbildungsbeauftragten“ ernannt.
Der Oktober 1985 ist ein trauriger Monat, ihr jüngstes schwerkrankes Kind Michael stirbt im Alter von 21 Jahren.
Im Frühjahr 1986, nach über 23 Jahren im Werk für Fernsehelektronik und fast 50jährigen, bewegten Berufsleben geht Inge in Rente.
Schnell merkt sie, dass das „Rentnerleben“ noch nicht so „ihr Ding“ ist und engagiert sich verstärkt in gesellschaftlichen Organisationen, im Wohngebiet, der Volkssolidarität, hilft noch ab und zu in ihrem alten Betrieb aus und sie nimmt sich weiterhin Zeit für ihre Familie.
Immer noch schwärmt Inge für die alten Filme und Stars, für die Musik aus den 40’er und 50’er Jahren, für Johannes Heesters und Glenn Miller. Alles was musikalisch danach kommen wird, ist für unsere Mutter „Hottentottenmusik“.
Sie sucht sich neue Aufgaben und Ziele, und so lässt sich Inge alle zwei, drei Jahre die Wohnung und Balkon Malern.
Den „politischen Herbst“ 1989, erlebt Inge vor dem Fernseher. Die gesellschaftspolitischen Veränderungen der „Wendezeit“ machen Inge zu schaffen.
Es fällt ihr schwer, sich neu zurecht zu finden, ihre Rente wird auf neu-deutsch „abgeschmolzen“ und sie lernt, als „heimliches“ PDS Mitglied, „Nullrunden“ zu drehen.
Da und dort wird sie „williges Opfer“ von bunten Werbegeschenken und sprachgewandten Versicherungsvertretern.
Zu dem Stolz darauf, dass aus allen ihren Kindern was „Ordentliches geworden“ ist, mischt sich zunehmend die Sorge darüber, dass ihre Kinder und Enkelkinder, ihre Arbeit verlieren könnten.
Mit zunehmendem Alter, setzen Inge gesundheitliche Probleme und schwindende Kräfte ziemlich stark zu.
Inge trägt in dieser Zeit so manchen Schmerz in sich, der keiner Krankheit geschuldet, aber auch durch keine Medizin zu lindern ist.
So gut es geht, kümmern sich ihre Kinder, viele liebe Nachbarn und Freundinnen um sie. Vor allem ihre Nichte Evelyne, ist ihr in dieser Zeit eine gute Freundin.
Dennoch wird „die Welt“ von Inge immer kleiner.
Heiter nehmen wir zur Kenntnis, dass Inges Erinnerungen immer mehr von unseren Erinnerungen abweichen. Eine Erscheinung übrigens, der wir wohl alle im Alter erliegen werden.
Inge beschäftigt sich zum Ende der 90’er Jahre viel mit ihrem eigenem Sterben, mit ihrem Tod. Es ist ihr wichtig, „das Alles geregelt ist, sie keinem zur Last fällt“.
Viele waren schon überrascht, wie offen Inge mit ihrem eigenen Sterben und Tod umging, war doch gerade die Offenheit sich selbst und anderen gegenüber für sie ein oft unüberwindbares Problem, wie für viele Menschen dieser Generation.
Im Februar 2003 stirbt ihr Bruder Dieter und im Winter 2004 verliert sie auch ihre Nichte Evelyne.
Weiterhin ist es Inge wichtig, so lange es geht, selbstständig und selbstbestimmt zu sein, in ihren eigenen vier Wänden zu leben, sich selbst zu versorgen.
In den letzten Monaten hat sich Inge intensiv mit ihrer kleinen und großen Familiengeschichte beschäftigt und so hat man noch einiges Unbekanntes von ihr, über Sie, sowie über die Großfamilie erfahren können.
In den letzten Lebensjahren hatte man den Eindruck, dass Inge ihren Frieden mit sich, ihrem Leben und mit manchem Unausgesprochenen geschlossen hat, dass Sie die Ruhe und Gelassenheit hatte, die Dinge so anzunehmen wie sie sind und Sie manches nicht mehr ändern könne.
den Tag genau ein Vierteljahr nach ihrem 79’sten Geburtstag, ist Inge, an einem Sonntag- morgen im Sommer 2005, „friedlich“ eingeschlafen.
Inge ist, so wie Sie es sich immer gewünscht hat, still und ohne langes Leiden aus ihrem und unser aller Leben gegangen.
Zwei Jahre nach Inges Tod, wird ihr Stiefvater Ewald, durch die Moskauer Militärhaupstaatsanwaltschaft, der russischen Föderation, als Opfer politischer Repressionen rehabilitiert.
In diesem Frühjahr hätte Inge ihren 100. Geburtstag gefeiert...
Diesem nicht immer leichten und doch vielfältigen Leben einer einfachen Frau, möchten wir heute mit einem kleinen Lauf, in ihrer Stadt gedenken.
Inge, auch gut 20 Jahre nach deinem Tod, fehlst du uns jeden Tag.
Obwohl wir in vielem anders werden wollten als DU und es ja auch sind, sind wir dir in manchem aber auch ähnlich. Wir hatten es nicht immer leicht mit dir und Du ganz bestimmt nicht mit uns.
Wir danken die für deine Liebe, deine ungeheure Kraft, für alles was Du uns gegeben hast und für alles was Du uns nicht geben konntest, aber gerne gegeben hättest.
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Event Venue
Plänterwald Spreeufer, Nalepastraße 12, 12459 Berlin, Deutschland, Berlin, Germany
Tickets
Concerts, fests, parties, meetups - all the happenings, one place.











