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Der Mensch, so schreibt Robert Burton in seinem monumentalen Buch über die Melancholie, sei der souveräne Herr der Welt, und gleichzeitig lebe er im Elend, unter allen Tieren, zermartert von schwarzen Gedanken, vom Todesdrang. Man kann es mit George Steiner auch anders sehen: Die Traurigkeit ist die Voraussetzung des Denkens und damit des Menschseins. Vernunft und Kritik bedürfen eines Bewusstseins, das die Trennung begreift und diese in einem Gedanken aufzuheben versucht. Als Metapher und Idee unerlässlich, endet Traurigkeit mitunter tödlich. Depression ist die Geißel der Menschheit, eine lebensgefährliche Volkskrankheit, beschrieben und beklagt von der Literatur aller Zeiten, aller Kontinente. Sie führt zur Individualität, zu Hamlet und zum Hilfsbuchhalter Bernardo Soares. Und manchmal, bei einer jungen Frau etwa, Antigone mit Namen, wird die Trauer politisch. Können wir die Traurigkeit teilen, organisieren, kann sie uns als Gesellschaft versammeln, vereinen?17 Uhr
Dialog: Lukas Bärfuss im Gespräch mit dem Zoologen und Wissenschaftsjournalisten Matthias Glaubrecht, Gewinner des Siegmund-Freud-Preises 2023 (»Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten«)
19.30 Uhr
Lesung: Wiebke Puls
Musik: Sachiko Hara und Carl Oesterhelt
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Event Venue
Maschinenhaus Essen, Wilhelm-Nießwandt-Allee 100,Essen, Germany
Tickets
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