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Die Erinnerung an den Holocaust schwindet und seine Singularität wird mehr und mehr infrage gestellt. Der Historiker und Politikwissenschaftler Jan Gerber (Leipzig) zeigt in seinem neuesten Buch, dass sich die Erkenntnis von der Besonderheit des Verbrechens erst mit zeitlicher Verzögerung durchsetzte. Die Unterschiede zwischen Konzentrations- und Vernichtungslagern, zwischen Buchenwald und Birkenau, Belsen und Belzec, waren lange kaum jemandem bewusst. Erst ab den siebziger Jahren bewegte sich der Holocaust aus den Vororten des Gedächtnisses an den Zweiten Weltkrieg in sein Zentrum. Im Gespräch geht der Autor den Ursachen dieser Entwicklung nach. Was waren die Voraussetzungen jener Erinnerung und Erkenntnis, die gegenwärtig zu erodieren scheinen? Die Suche nach Antworten führt tief hinein in die Politik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts und verbindet diese mit der Gedächtnisgeschichte des Holocaust. Dabei werden aktuelle Debatten über die Bedeutung des Holocaust, sein Verhältnis zu den Kolonialverbrechen und die Politik Israels historisch eingeordnet.
Donnerstag, 19. März 2026, 18 Uhr
Felsenkeller, Naumanns Tanzlokal
Eintritt frei
in Kooperation mit Edition Tiamat
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Event Venue & Nearby Stays
NAUMANNs Tanzlokal, Karl-Heine-Straße 32,Leipzig, Germany
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