About this Event
Wie wird Erinnerung geformt, mit Hilfe welcher Medien und von welchen Akteuren? Für Aby Warburg lässt sich diese Frage gut beantworten: In den ersten Kriegstagen des Ersten Weltkrieges beginnt er ein neues Tagebuch, in das er politische Ereignisse und persönlich Erlebtes niederschreibt. Als Historiker seiner eigenen Zeit begreift er das unerhört Neue der Vorgänge, das er nicht nur mit Worten, sondern auch mithilfe von Bildern und Zeitungsausschnitten in einem „Kriegs-Zibaldone“ dokumentiert.
Die Beziehung von persönlichem Erleben zur Materialität der Erinnerung auszuloten, ist ein lohnendes Feld für die historische Bildwissenschaft und die Ideengeschichte. Hierzu soll der in Deutschland eher im Schatten der Erinnerung stehende Erste Weltkrieg auf das Verhältnis von visueller Kultur, micro histoire und Erinnerungskultur befragt werden. Welche Geschichte wird erzählt, mit Hilfe welcher Medien?
Als Nachkommen ehemaliger Kontrahenten kommen Ideenhistoriker Warren Breckman und Kunsthistoriker Michael Thimann mit dem Historiker und Autor Ulrich Raulff ins Gespräch, u.a. über die Erinnerungsstücke ihrer Großväter: die Kriegstagebücher des kanadischen Kavalleristen und das Fotoalbum des deutschen Fliegers. Aus verschiedenen Perspektiven, zu Land und aus der Luft, aus einem kanadisch geprägten Selbstverständnis und aus einem des Kaiserreichs, werden die Fragen nach persönlich geprägter Erinnerungskultur, der Aktualität / Aktualisierung von Erinnerung und der Verantwortung der Geschichtswissenschaften diskutiert. Dabei kommen den privaten Tagebucheinträgen, in denen weltgeschichtliche und kriegstechnische Umbrüche dokumentiert sind, sowie den Fotografien, die die private Seite des Krieges und die technische Innovation der Luftbeobachtung zeigen, ein zentraler Stellenwert als Träger von Erinnerung zu.
Das Gespräch wird auf Deutsch geführt.
In Kooperation mit
Event Venue & Nearby Stays
Warburg-Haus, Heilwigstraße 116, Hamburg, Germany
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