Advertisement
Das Ensemble Wiener Cammerstyl spielt Klaviertrios von Helene Liebmann, Haydn, Mozart und Hummel auf Originalinstrumenten.Die deutsche und österreichische Instrumentalmusik des ausgehenden 18. und beginnenden 19.Jahrhunderts wurde maßgeblich von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart geprägt. Viele Komponisten gingen in Formensprache und Stil eine „Wahlverwandtschaft“ mit diesen beiden Vorbildern ein. Haydn und Mozart zählen für uns heute zur Epoche der Klassik. Zeitgenossen sahen das mitunter anders. So attestiert E.T. A. Hoffmann in seiner Rezension von Beethovens fünfter Sinfonie 1810 allen drei Meistern „einen gleichen romantischen Geist“. Mozart führe „in die Tiefen des Geisterreiches“, besondere Erwähnung findet in diesem Zusammenhang die Sinfonie in Es-Dur KV 543 vom Sommer 1788.
Tatsächlich nimmt dieser Sommer in Mozarts Schaffen eine besondere Stellung ein. In ihn fällt die Entstehung der drei letzten Sinfonien, die diese Gattung zu neuen Ausdrucksdimensionen führten. Etwa zeitgleich mit der Jupiter-Sinfonie schrieb Mozart im Juli 1788 das Klaviertrio C-Dur KV 548, das in Harmonik und Verarbeitung deutliche Parallelen zur Jupiter-Sinfonie aufweist.
Im Winter 1788 schrieb Joseph Haydn sein Klaviertrio e-moll Hob. XV:12, das vor allem im ersten Satz durch aufwühlende Dramatik und motivische Dichte erstaunt. Gut möglich, dass er sich von Mozarts Trio inspirieren ließ, das kurz zuvor im Druck erschienen war.
Helene Liebmann, weitläufig mit der Familie Mendelssohn verwandt, war eine berühmte Berliner Pianistin und Schülerin von Ferdinand Ries, der wiederum Beethovens Schüler war. In ihrem Klaviertrio A-Dur op.11 von 1816 orientierte sie sich allerdings weniger an Beethoven, sondern bevorzugte eine kantable, brillante Kompositionsweise, die einerseits von Mozart und andererseits vom virtuosen Stil eines Carl Czerny und Johann Nepomuk Hummel inspiriert ist. Hummel hatte 1804 ein Klaviertrio Es-Dur op. 12 geschrieben, das ähnlich wie Liebmanns Komposition trotz der Anlehnung an Haydn und Mozart schon deutlich Franz Schubert vorwegnimmt.
Als Schüler Mozarts hatte Hummel auch eine besondere persönliche Beziehung zu Joseph Haydn, der ihn als seinen eigenen Nachfolger für die Position des Hofkapellmeister bei Fürst Esterhazy empfahl, die Hummel 1804 antrat. Seine Klaviersonate op.13 widmete er seinem Förderer Haydn. Die letzen 18 Jahre seines Lebens verbrachte Johann Nepomuk Hummel als Hofkapellmeister in Weimar, wo er Mitglied in der selben Freimaurerloge war wie Johann Wolfgang von Goethe, der 1809 seinen Roman „Wahlverwandtschaften“ veröffentlich hatte, in dem er menschlichen Wechselbeziehungen literarisch ein besonderes Denkmal setzte.
Programm:
Joseph Haydn: Klaviertrio e-moll Hob. XV:12
Helene Liebmann: Grand Trio A-Dur op.11
Pause
Wolfgang Amadeus Mozart: Klaviertrio C-Dur KV 548
Johann Nepomuk Hummel: Klaviertrio Es-Dur op.12
Mitwirkende:
Ensemble Wiener Cammerstyl
Maria Kubizek, Barockvioline
Peter Hudler, Barockcello
Christoph U. Meier, Hammerflügel
Advertisement
Event Venue
Ehrbar Saal, Mühlgasse 28, 1040 Wien, Österreich, Wien, Austria
Tickets
Concerts, fests, parties, meetups - all the happenings, one place.











