ENTFÄLLT - Münchner Rede zur Poesie: Oswald Egger

Thu Nov 25 2021 at 07:00 pm

Lyrik Kabinett | Munich

Lyrik Kabinett M\u00fcnchen
Publisher/HostLyrik Kabinett München
ENTF\u00c4LLT - M\u00fcnchner Rede zur Poesie: Oswald Egger
Advertisement
+++ Update: 22. 11.: Angesichts der aktuellen pandemischen Lage und aus Verantwortung für unsere Gäste und Mitarbeitenden finden unsere Veranstaltungen bis Weihnachten nicht mehr als Präsenzformate statt. Die Münchner Rede zur Poesie von Oswald Egger liegt zum geplanten Termin gedruckt vor und kann im Lyrik Kabinett bestellt werden. +++

Oswald Egger: „Welten von A-Z“
„Es gibt zahllose andere Welten, und weitere, immer noch umfassendere Dinge. Jede Welt in der Welt versammelt buchstäblich Wörter und Sachen, und deren gesamte, wortwörtlich noch so weit entfernte Umgebung bis zum Dort hinaus. Aber weil die Welt ein großes Ding ist (mit viel kleineren Dingen als Teilen), so gibt es – über das Dort hinaus – andere Welten mit anderen Wörtern und Tatsachen. D.h. kein Ding sei, das A und O bleibt (und jedes Gedicht von A bis Z noch weniger): Zwischen ihnen liegen Welten. Und zwar entsteht keine Wirklichkeit zwischen dieser und jeder anderen. Sie liegen nicht weit zurück oder in der Zukunft, und auch nicht nah; überhaupt kein Wort für Wort fällt zwischen einer Welt und den anderen. Welten sind isoliert; und Dinge, wie diese, die zu unterschiedlichen Welten gehören, stehen in keinerlei Wegzusammenhang. Auch verursacht nichts in einer Welt etwas wirklich in einer anderen. Und sie bewirken und überlappen einander nicht; sie haben keine gemeinsamen Teile: Welten ist ein Verb.“ In diese(s) faszinierende Wortwelten führt die Münchner Rede zur Poesie von Oswald Egger. 1963 geboren in Südtirol, 1986–1995 Veranstalter der von ihm mitinitiierten Kulturtage Lana, über Jahre Zeitschriftenherausgeber (in der edition per procura), seit 2011 Inhaber der Professur „Sprache und Gestalt“ an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, ist der für sein Werk vielfach prämierte Dichter und Essayist Egger eine der eigenwilligsten und vielschichtigsten lyrischen Stimmen der Gegenwart. 2021 erschien von ihm Entweder ich habe die Fahrt am Mississippi nur geträumt, oder ich träume jetzt (Suhrkamp). Frieder von Ammon, Professor für Neuere Deutsche Literatur in Leipzig, war Initiator der Münchner Reden zur Poesie und ist seit ihren Anfängen einer ihrer Herausgeber.
Freundlich unterstützt von Neustart Literatur – Programm des Deutschen Literaturfonds im Rahmen von Neustart Kultur
Advertisement

Event Venue & Nearby Stays

Lyrik Kabinett, Munich, Germany, Munich, Germany

Sharing is Caring: